Mrz 05

Appell der Grünen und der SPD sowie von Umweltschützern: Esst weniger Fleisch

Der Deutsche isst jährlich durchschnittlich 80 kg Fleisch – eine Menge, die ökologisch keineswegs vertretbar ist. Denn, wenn alle Menschen so viel Fleisch essen würden, bräuchte man einen zweiten Planeten. Dies ist die Meinung der Sprecherin der Grünen für Tierschutz und Verbraucherpolitik, Nicole Maisch.

Sie prangert zudem die Dumpingpreise für Fleisch und die Exzesse der Massentierhaltung an und fordert eine schärfere Gesetzeslage für die Tierhaltung. Die Preise für Fleischprodukte müssten angepasst werden und die soziale und ökologische Wirklichkeit widerspiegeln. Maisch hält den Preis von 3,40 Euro für ein Kilo Hackfleisch für pervers.

Die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Christina Jantz, fordert einen „Mix aus gesetzlichen Maßnahmen“: Die Haltungsbedingungen der Tiere sollten verbessert, der Wandel der Landwirtschaft unterstützt werden.

Allerdings hält Jantz es nicht für nötig, den derzeitig ermäßigten Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7 Prozent für Fleisch zu känseln und auf 19 Prozent zu erhöhen. Das fordern nämlich Umweltschützer.

Auch die Referentin für Welternährung bei Oxfam, Marita Wiggerthale spricht sich gegen die derzeitige Massentierhaltung aus: „Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch, weil die Fleischproduktion viel Land frisst und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.“ Nur wenn in den Wohlstandsländern weniger Fleisch gegessen wird, können in Zukunft alle Menschen auf der Welt ernährt werden.

Der Sprecher der Grünen Jugend Moritz Heuberger fordert ebenfalls höhere Standards in der Tierhaltung. Die artgerechte Tierhaltung von Bio-Höfen sollten zum gesetzlichen Standard werden. „Die heutigen Tierfabriken sind eine Qual für Tiere und eine Belastung für die Umwelt – vom Geschmack des Fleisches gar nicht zu reden.“ – so Moritz.

Die hohe Fleischproduktion ist unweigerlich mit einer enorm hohen Gülleausbringung verbunden und damit mit einer Abnahme der Wasserqualität, mit einem Stickstoffüberschuss und einer Verschlechterung der Böden. Die Fleischproduktion fördert die Ausbringung von Treibhausgasen, bedingt einen hohen Sojabedarf für Futter und einer damit einhergehenden Zerstörung des Regenwaldes. Der Umweltverband WWF postuliert die Einführung einer Sonderabgabe für Landwirte – der sogenannten Gülle-Euros.

Laut Frankfurter Allgemeine übersteigt in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch jährlich den Welt-Durchschnitt um das Doppelte und den Indiens sogar um das 20-fache.

Referenz:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-sollen-weniger-fleisch-essen-14060310.html

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Jan 01

Vegan: Mit Sachkenntnis auch für Kinder geeignet

Hülsenfrüchte2In Deutschland distanzieren sich immer mehr Menschen vor dem Verzehr von Fleisch. Mittlerweile leben 9 Prozent vegetarisch oder sogar vegan.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) warnte vor Weihnachten vor veganer Kost bei Kindern und Jugendlichen in der „Bild“:  „Veganes Essen kann zu gefährlicher Mangelernährung führen – vor allem bei Kindern. Bei ihnen kann das schwere Vitamin-B12-Mangelerscheinungen verursachen, bis hin zu erheblichen Schäden. Für Kinder und Jugendliche ist vegane Ernährung auf keinen Fall geeignet.“

Unterstützung bekommt der Minister Professor Berthold Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Ein Vitamin-B12-Mangel kann die Entwicklung des Gehirns schwer schädigen. Eine vegane Ernährung kann bei Kindern zu schweren neurologischen Schäden führen, bis hin zu einer dauerhaften Behinderung.

Hier muss gesagt werden, dass in der Veganerszene die Gefahr eines B12-Mangels durchaus bekannt ist, und jede seriöse Gruppierung, die die vegane Kost propagiert, auch eine entsprechende B12-Supplementierung oder B12-Anreicherung in Nahrungsmitteln oder z.B. in Zahnpasta empfiehlt.
Außerdem sei hier angeführt, dass auch bei einem erwachsenen Veganer, der meint, er müsse kein B12 zu sich nehmen, ebenfalls ein hohes Risiko für einen B12-Mangel entsteht und die kognitive Funktion beeinträchtigt werden kann – also nicht nur bei Kindern!

Christian Vagedes, Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Deutschland, empfiehlt eine B12-Zufuhr bei Veganern und konterte Schmidt, dass eine ausgewogene und vielfältige vegane Ernährung für alle Lebensphasen geeignet sei und den Körper mit allen nötigen Nährstoffen und mit annähernd allen Vitaminen versorge. Und das hat er nicht erfunden:

Die Academy of Nutrition and Dietetics ist der Ansicht, dass eine gut geplante vegetarische Ernährungsform, einschliesslich komplett vegetarischer oder veganer Ernährungsformen, gesund sind, ernährungsphysiologisch bedarfsgerecht sind und gesundheitliche Vorteile in der Prävention und der Behandlung bestimmter Krankheiten bieten. Eine gut geplante vegetarische Ernährungsform ist für Menschen aller Altersstufen geeignet, einschliesslich für Schwangere, Stillende, Kleinkinder, Kinder, Heranwachsende und Sportler.

Damit eine vegane Kost ausgewogen ist, muss sie sorgfältig geplant werden, es darf z.B. auch die B2-,  Zink-, Calcium- und Eiweißversorgung nicht zu kurz kommen. Und es sei noch einmal betont, dass ein B12-Mangel ernst genommen werden muss – genauso wie ein Eisenmangel in der frühen Kindheit (der aber auch bei der Mischkost häufig auftritt). Beides kann zu bleibenden Hirnleistungsstörungen führen.

Es ist selbstredend, dass eine ausgewogene Makro- und Mikronährstoffversorgung bei einem Kind, das sich ja in der Entwicklung befindet, immens wichtiger ist. Es gibt genügend Literatur, um sich über eine ausgewogene vegane Ernährung sachkundig zu machen, ggf. kann man auch mal einen Ernährungsberater aufsuchen. Bei Unsicherheit unbedingt das Blut hinsichtlich Mikronährstoffe untersuchen lassen.

Ein weiteres Statement des Herrn Ministers Schmidt in der „Bild“: „Ich bin absoluter Gegner von Ernährungsverboten und Essens-Ideologien. Jeder soll essen, was ihn glücklich macht und ihm schmeckt. Wichtig ist, dass es ausgewogen ist! Ich fordere deshalb ein Schulfach Ernährung: Auch das kleine Einmaleins der Ernährung gehört ins Klassenzimmer. Denn nur wer weiß, wie Lebensmittel hergestellt werden, weiß sie auch zu schätzen.“

Wenn ein Minister dazu auffordert, alles zu essen was glücklich macht, wo bleibt denn da die globale Verantwortung für die Welt? Hat er noch nichts gehört von Klimawandel, Abholzung der Regenwälder durch den Anbau von Tierfutter, weltweite Antibiotikaresistenzen, Überfischung etc.?

Aber hier stimme ich Schmidt zu: In jedem Klassenzimmer sollte einmal den Heranwachsenden beigebracht werden, wie wichtig eine ausgewogene Makro- und Mikronährstoffversorgung des Körpers ist und in welchen Lebensmitteln die Biomoleküle enthalten sind. Es sollte aber genauso über die Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Fleisch und Wurst aufgeklärt werden wie über die Gesundheitsrisiken durch eine sogenannte „Pudding-Vegan-Diät“.

Die Kinder haben ein Recht darauf zu erfahren, wie Lebensmittel entstehen, damit sie selber entscheiden können, ob sie die hergebrachten Ernährungsgewohnheiten ihrer Eltern mit allen Konsequenzen für diesen Planeten auch zukünftig beibehalten möchten. Sie sollten wissen, wie viele Tonnen Pestizide, Herbizide, Fäkalien auf die Felder ausgebracht werden, wie das Keimgut verändert wird, wie Grundschleppnetze durch die Ozeane gezogen werden, Fische erdrücken und erstickt werden und natürlich auch, wie das Rind von A bis Z gelebt und gelitten hat, dessen Produkt jetzt als Schnitzel oder Hackfleisch in der Kühltheke angepriesen wird – aber bitte schonungslos und ungeschminkt. Es gibt mittlerweile bestimmt genügend Filmmaterial, das den Schulen von entsprechenden Umwelt- und Tierschutzverbänden sicherlich bereitwillig zur Verfügung gestellt wird.

Referenz:
Focus.de, 23.12.2015: Veganer-Streit vor Weihnachten: Elite-Professor warnt vor “dauerhafter Behinderung”

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Dez 14

Umweltbundesamt fordert höhere Steuern für Fleisch

Deutschland exportiert immer mehr Fleisch ins Ausland
Das Umweltbundesamt hat jetzt eine Broschüre veröffentlicht, die den Einfluss des Konsumverhaltens in Bezug auf die Umweltbelastungen aufzeigt. Die Daten beruhen weitgehend auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Erfasst werden derzeit Treibhausgasemissionen, Energie-, Flächen- und Wasserverbrauch.
Der Datenlage zeigt auf, dass insbesondere nichtsaisonale Produkte und vor allem der Fleischkonsum, das Klima und die Umwelt enorm belasten. Auch das Wegwerfverhalten der Deutschen wird angeprangert. Die Produktion und der Konsum von Nahrungsmitteln in Deutschland sollen für 30 Prozent aller Umweltemissionen wie Kohlendioxid- und Methanemissionen verantwortlich sein.

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Unsere Klimaschutzziele werden wir nur erreichen, wenn wir auch über unser Konsumverhalten nachdenken. Das macht auch vor liebgewonnenen Gewohnheiten nicht halt: Die Produktion tierischer Produkte, allen voran Fleisch, belastet die Umwelt in hohem Maße – durch Ressourcen- und Flächenverbrauch, aber auch Nitratbelastung von Böden und Gewässern und hohe Treibhausgasemissionen. Die gute Nachricht: Wer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, hat durch eine bewusste Ernährung gute Möglichkeiten.“

Obwohl in Deutschland der Fleischverzehr tendenziell weniger wird (im Jahr 2000 noch 2,8 Mio. Tonnen, im Jahr 2013 nur noch 2,6 Mio. Tonnen), wird nicht weniger Fleisch produziert – das Gegenteil ist der Fall. Die Deutschen mästen nicht nur für das eigene Land, sondern auch für den Export, und zwar ca. 3 Mio. Tonnen im Jahr 2013. Im Jahr 2000 waren es noch 0,8 Mio. Tonnen.

Für die Umwelt bedeutet die Fleischindustrie eine enorme Belastung: Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch bedingt sieben bis 28 kg Treibhausgasemissionen. Die Produktion von Obst und Gemüse liegt im Vergleich dazu bei weniger als einem Kilo Treibhausgasemissionen. Der massenhafte Anbau für Tierfutter wie Soja, z.B. in Südamerika, zerstört zudem immer mehr den Regenwald, der als Anbaufläche benötigt wird. Aufgrund des enormen Zuwachses der Fleischproduktion ist es nicht verwunderlich, dass auch mehr Futter importiert wird. Der Futtermittelimport stieg vom Jahr 2000 bis 2013 um fast 39 Prozent, während die inländischen Futtermittelanbauer 12,5 Prozent weniger umgesetzt haben.

Das Umweltbundesamt möchte, dass die Bundesregierung national als Vorreiter bei der Transformation des Ernährungssystems fungiert und spricht die Empfehlung aus, den Verbrauch tierischer Produkte, insbesondere Fleisch, zu reduzieren, ebenso auch die Verschwendung von Nahrungsmitteln.

“Eine ökologische, klimagerechte Ernährung soll durch ökonomische und steuerliche Instrumente privilegiert werden” so die Empfehlung.
Anders ausgedrückt: Umwelt- und klimaschädliche Produkte und Verfahren sollten entsprechend versteuert werden.

Referenzen:

  • Agrarheute.de, 10.12.2015: Umweltbundesamt empfiehlt ‘Klimasteuer’ auf Fleisch
  • umweltbundesamt, 08.12.2015: Ernährung der Deutschen belastet das Klima
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Okt 25

Alarm im Atomkraftwerk durch Wildschweinesser

Nach einem Pressebericht des Spiegels wurde im tschechischen Atomkraftwerk Temelin ein Alarm ausgelöst, da die Messgeräte erhöhte Radioaktivität aufzeigten. Der Grund für die hohen Messwerte konnte bei einem Arbeiter ausfindig gemacht werden, der am Tag zuvor Wildschwein aus dem Böhmerwald gegessen hatte.

Wie auch in vielen Wäldern Deutschlands sind insbesondere auch in dieser tschechischen Region die Waldböden mit radioaktivem Cäsium stark belastet – ein Erbe des Reaktorunfalls in Tschernobyl vor 29 Jahren.

Referenz:
Spiegel.de: 16.10.2015: Wildschwein-Esser löst Fehlalarm in AKW aus

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Jul 22

Vergiftet die Fleischwirtschaft das Trinkwasser?

Deutschland hat ein Problem mit dem Trinkwasser, wie aus jüngsten Presseberichten bekannt wurde. Der Grund: Die Nitratwerte übersteigen vielerorts den zugelassenen Wert. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beklagt, dass vor allem wegen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung über ein Viertel der etwa 1000 abgegrenzten Grundwasserkörper hierzulande nicht in dem von der EU geforderten “guten Zustand” seien.

43 Prozent der Grundwässer haben Nitratgehalte, die zwischen 25 und 60 Milligramm pro Liter liegen. Um den Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter nicht zu übersteigen, mischen viele Wasserversorger das nitrathaltige Wasser mit unbelastetem Wasser.

Der BDEW kritisiert, dass die EU-Richtlinien, die eine Reduzierung des Nitratgehaltes vorschreiben, von politischer Seite seit Monaten nicht durchgesetzt werden. Auch die Düngeverordnung, das Düngegesetz und der Gülletourismus aus Holland, Dänemark und Belgien müssten eine neue gesetzliche Grundlage erfahren.

Das ZDF widmete sich in der Doku “Zeitbombe im Trinkwasser” im Juli 2015 ebenfalls diesem brisanten Thema. Und es wird nicht lange um den heißen Brei geredet, sondern gleich auf den Punkt gebracht, woher die hohen Nitratwerte in unseren Gewässern kommen: von den abertonnen Fäkalien der Fleischindustrie, die dann auf den Feldern entsorgt werden.

Ein Schwein produziert im Jahr 1.000 bis 1.500 Liter Gülle. Bei einem Schweinemastbetrieb mit 1.500 Schweinen können da jährlich gut an die 2.3 Mio. Liter Kot und Urin zusammenkommen. Aber wohin damit? Auf die Felder! Nun, der Gesetzgeber hat Höchstmengen definiert, die regeln sollen, wie viel Gülledung jährlich auf ein Feld ausgebracht werden darf. Wenn ein Landwirt mehr Gülle produziert, als er auf eigene Felder entsorgen kann, verschickt er eben den Kot und Urin via Lkw quer durch Deutschland – dorthin, wo er Abnehmer findet.

Egon Harm, Mitarbeiter der größten Wasserversorgung in Oldenburg, sieht ein Problem darin, dass immer mehr Ställe und immer mehr Biogasanlagen zu immer mehr organischem Dünger führen. Er befürchtet, dass jetzt schon durch die intensive Ausbringung der Gülle ein Nitratgrenzwert erreicht ist, den man kaum noch senken kann.

Bei Wasserproben, die im Raum Oldenburg bestimmt wurden, waren in 50 Prozent der Fälle die Nitratwerte zu hoch – ein deutschlandweiter Trend. Nitrat entsteht auch durch Kunstdünger, den die Bauern auf die Äcker bringen.

In vielen deutschen Flüssen sind die Nitratwerte zu hoch. Dr. Alfons Baier, Geologe erklärt, dass dies in etwa der Hälfte der deutschen Flüssen der Fall ist. Durch die Gülle entsteht Nitrat. Nitrat führt zu starkem Algenwuchs, die Gewässer drohen zu kippen.

Beim Menschen bewirkt Nitrat im Verdauungstrakt, dass gefährliche Nitrosamine gebildet werden. Nitrosamine werden als stark krebserregend eingestuft.

Clevere Marketingleute der Düngeindustrie wollen ein Mittelchen gefunden haben, dass die Bildung von Nitraten  hemmen soll, wenn man es der Gülle beifügt. Das Mittel heißt Piagran und wird damit beworben, dass es das Grundwasser schützen soll, da es eben die Nitratbildung vermindere. Außerdem soll es den Ertrag um 5 Prozent steigern.

Das Bundesumweltamt in Berlin lehnt den Einsatz dieser Chemikalie ab. Es steht im Verdacht, den Fötus im Mutterleib zu schädigen. Es ist wasserlöslich und wassergefährdend. Dennoch findet diese Substanz und andere kritische Chemikalien bei den Landwirten Verwendung, weil die Bundesregierung es nicht fertigbekommt, klare gesetzliche Regelungen zu formulieren, die aus ökologischer und medizinischer Sicht vertretbar sind.

Hier sind viele Fragen offen. Wie kann es in einem zivilisierten Land wie Deutschland kommen, dass das Trinkwasser immer mehr ungenießbar wird? Warum wurde von Seiten der Politik nicht schon längst eingegriffen und warum passiert dies heute immer noch nicht? Sind die bisher erlaubten Güllegaben zu hoch angesetzt, oder wird zu wenig von Seiten der Behörden kontrolliert und mehr Gülle als erlaubt auf die Felder ausgebracht? Warum verstößt Deutschland gegen die EU-Nitratrichtwerte, so dass sogar die EU-Kommission Brüssel ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat? Warum ist die Düngeverordnung, das Düngegesetz und der Gülletourismus bislang nicht nach ökologischen Gesichtspunkten angemessen geregelt. Hat die Landwirtschaft hier eine größere Lobby als die Wasserwirtschaft?
Fragen über Fragen. Aber eine Frage müssen wir uns alle stellen: Rechtfertigt die Gier nach Fleisch die Ignoranz jeglicher moralischer Werte?

Referenzen:
Planet e: Zeitbombe im Trinkwasser
Ntv, 22.07.2015: Grundwasserqualität in Deutschland sinkt

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Mai 29

Salmonellen aus bayerischen Ställen lösten europaweite Erkrankungen aus

Eier aus einer niederbayerischen Hühnerfarm sollen im vergangenen Jahr für den Ausbruch einer europaweiten Salmonellen-Infektion verantwortlich sein. Die zuständigen bayerischen Behörden sollen zur Aufklärung des Falls allerdings wenig beigetragen haben. Das haben monatelange Recherchen der “Süddeutschen Zeitung” und des BR-Politikmagazins “Kontrovers” ergeben, die die Salmonellenwelle des letzten Jahres noch einmal rückverfolgten. Am 20.05.2015 wurde in der Sendung “Kontrovers” in der Reportage “Die Story: Salmonellenausbruch – Die Spur führt nach Niederbayern” darüber berichtet:

Etwa 500 Menschen erkrankten im Sommer 2014 in Europa an Salmonellen der Gattung Salmonella Enteritidis. Sie litten an Durchfall, Erbrechen – zwei Menschen starben sogar an dem Erreger. Betroffen waren Menschen in England, Frankreich, Luxemburg, Österreich und Deutschland.

In fast allen Landesteilen Österreichs traten Salmonellenerkrankungen auf. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit untersuchte 152 Krankheitsfälle und konnte einen gemeinsamen Ursprung feststellen.

In England infizierten sich 287 Menschen mit Salmonellen mit dem gleichen oder ähnlichen Erregerstamm, wie die englischen Behörden herausfanden. Sie stellten auch einen fast identischen genetischen Fingerabdruck der Salmonellen aus Frankreich, Österreich und England fest und konnten eine gemeinsame Quelle ausmachen. Die Bevölkerung wurde über die Presse umgehend gewarnt.

Die französischen Behörden reagierten auf die Salmonellen-Krankheitswelle prompt und starteten einen Hilferuf über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel mit dem Betreff “Outbreak”. Es sollen mit Salmonellen infizierte Eier im Umlauf sein. Anhand des Codes auf den Eiern konnte die Firma “Bayern Ei” mit Standort Edling in Niederbayern als Quelle schnell ausfündig gemacht werden. Auch die Österreicher fanden die Quelle für ihre Salmonellenerkrankungen heraus, ebenfalls eine Hühnerfarm der “Bayern Ei”.

Eine Statistik des Robert-Koch Instituts belegt, dass auch die Zahl der Salmonellenerkrankungen des Types Salmonella Enteritidis in Niederbayern zu der Zeit ebenfalls gestiegen war. Ein statistischer Ausreißer, wie es vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eingestuft wurde.

Während die bayerischen Behörden in dieser Angelegenheit nur träge und nach Anfrage der ausländischen Behörden reagierten, untersuchten zwischenzeitlich die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC, die Efsa (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und die EU-Kommission den Fall. Die Efsa kommentierte, dass die Eier trotz strenger Regeln überhaupt auf den Markt kommen konnten, wäre bemerkenswert.

Inhaber der „Bayern Ei“ ist der in der Tierschutzszene stark umstrittene Stefan Pohlmann, der, wie auch sein Vater, schon mehrfach wegen zahlreichen Verstößen gegen Tierschutzrechte und Verbraucherschutz aufgefallen war. An vier Standorte hält er über 1 Mio Hühner. Gründer der „Bayern Ei“ ist der Vater Anton Pohlmann. Er wurde bereits mit verschiedenen Skandalen in Verbindung gebracht, wie Verfälschung der Haltbarkeitsdaten auf den Eiern, Vergasung von Hühnern mit Kohlenmonoxid oder das Halten von Hennen in zu engen Käfigen.

1996 standen Vater und Sohn vor Gericht, weil sie im Stall hochgiftiges Nikotin versprühen ließen. Der Vater nahm die Schuld auf sich, bekam Berufsverbot, weil er charakterlich ungeeignet sei, der Sohn kam mit einem blauen Auge davon. Gegen eine Geldbuße von DM 100.000 wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Die ‘”Pohlmänner” sind also kein unbeschriebenes Blatt. Für die Reporter umso fragwürdiger, dass die Behörden nicht schon beim ersten Hinweis auf einen Salmonellenausbruch im Hühnerbetrieb vehement eingeschritten haben. Das Landratsamt Dingolfing-Landau soll nämlich schon vor der Krankheitswelle hohe Salmonellenkonzentrationen des Types Salmonella Enteritidis auf den Eierschalen des Edlinger Betriebes der „Bayern Ei“. registriert haben und sich für die Auswertung einer Zweitprobe 6 Wochen Zeit gelassen haben. Derweil produzierte der Betrieb mit seinen ca. halben Mio. Hühnern fleißig Eier und brachte sie in Umlauf: 300.000 Stück am Tag.

Auch bei der zweiten Probe stellte das Landratsamt auf den Schalen den Salmonellenstamm S. Enteritidis fest, und es wurde offenbar weder die Einstellung der Eierproduktion angeordnet, noch die Öffentlichkeit informiert.

Nach Ausbruch der zweiten Salmonellen-Welle soll das Landratsamt mit Pohlmann gesprochen haben. Die Vorlage betriebseigener Listen sollte einen keimfreien Stall dokumentieren, womit sich das Landratsamt scheinbar zufriedengegeben haben soll.

Nach Insiderberichten verendeten in der Zeit tagtäglich Hunderte von Hühnern. Eine Mitarbeiterin berichtete von verkoteten Ställen und alten Kadavern, die Tiere würden sich auch beißen.

Bildmaterial aus den Ställen in Edling, die dieses Jahr von der Tierschutzorganisation „Soko-Tierschutz“ aufgenommen wurde, verhärten den Verdacht, dass die Tiere unter mieserablen Bedingungen gehalten werden.

Das zuständige Landratsamt scheint davon nichts mitbekommen zu haben. Auf Anfrage von “Kontrovers” beim übergeordneten Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, teilten diese mit, man habe keine unsachgemäße oder unzureichende Beseitigung der Tierkadaver feststellen können. Die bayerischen Salmonellenausbrüche konnten auch nicht mit den Pohlmann-Betrieben in Verbindung gebracht werden. Interessanterweise hatten die ausländischen Behörden keine Schwierigkeiten, die Salmonellenspur zurückzuverfolgen und den Verursacher eindeutig ausfindig zu machen.

Als bekannt wurde, dass in Österreich ein Mann an dem Salmonellenerreger aus den Ställen der „Bayern Ei“ starb, wies das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Verantwortung zurück. Bewegung kam erst in die Sache, als ein Regensburger Staatsanwalt von einem österreichischen Journalisten davon erfuhr. Der Staatsanwalt leitete die Ermittlungen ein.

Nachdem am Mittwochabend der ganze Fall nach umfassender Recherche von der Süddeutschen Zeitung und des Bayerischen Rundfunks bekannt wurde, fordert die Landtagsopposition in München eine umfassende Aufklärung. Auf Drängen des Grünen Umweltausschuss-Vorsitzenden Christian Magerl muss das Landesamt für Lebensmittelsicherheit (LGL) in der nächsten Sitzung Rede und Antwort zum Salmonellen-Vorfall bei Bayern-Ei stehen. „Das ist ein unglaublicher Skandal“, so die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Rosi Steinberger. „Wie kann es sein, dass Missstände so lange unentdeckt bleiben?“ Auch der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn sprach von einem unglaublichen Vorgang. Falls sich der Verdacht gegen die Firma „Bayern-Ei“ bestätigen werde, hätten die bayerischen Behörden eklatant ersagt, was nicht ohne Konsequenzen bleiben dürfte.

Der Staatsanwalt muss jetzt prüfen, ob die Pohlmann-Betriebe Salmonellen-verseuchte Eier in Umlauf gebracht haben. Sollte von Seiten der Staatsanwaltschaft dies bestätigt werden, müsste der Fall hinsichtlich fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung untersucht werden.

Fachleute aus Großbritannien und Österreich  konnten bereits anhand des genetischen Fingerabdrucks und der Rekonstruktion der Lieferwege den Zusammenhang der Erkrankungen und Todesfälle mit den Pohlman-Hühnerfarmen “Bayern-Ei” herstellen. Warum nicht schon längst die deutschen Behörden?

Referenzen:

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Feb 22

Über 792 Mio Tiere im Jahr 2014 in Deutschland hingemetzelt

Auf deutschen Schlachthöfen wurde 2014 soviel geschlachtete wie noch nie. Die gewerblichen Schlachtunternehmen erzielten insgesamt einen „Schlachtrekord“ von 8,2 Mio. Tonnen Fleisch. Mit einem Schlachtanteil von 1,5 Mio Tonnen hatte die Geflügelfleischprodution trotz MRSA-Skandale einen Zuwachs von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit einen wesentlichen Anteil an diesem Höchststand. Aber auch 3,6 Mio. Rinder und 58,7 Mio Schweine, die dem Metzger unters Messer kamen, trugen zu diesem Rekord bei.

Unter dem Strich kamen nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes  792.090.900 Tiere in gewerblichen Schlachtbetrieben um, wenn man die Zahl der Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Geflügel zusammenfasst. Hier die Anzahl der Tierarten, die offiziell zwecks Fleischprodukton (was für ein harmloser Begriff) hingemetzelt wurden:

 

Tierart Anzahl
Schweine 58.734.600
Rinder, davon: 3.552.600
   Kälber 320.300
   Jungrinder 43.300
   Färsen 473.800
   Kühe 1. 271.300
   Ochsen 21.400
   Bullen 1 .422.500
Schafe, davon: *986.400
   Lämmer 874.600
   Übrige Schafe 116.300
Ziegen 20.500
Pferde 8.300
Geflügel, darunter u.a. 728.788.500
   Jungmasthühner 638.170.300
   Enten 20.271.500
   Truthühner 37.069.700

*Gesamtzahl unlogisch, wenn man die Anzahl der Schafe und Lämmer addiert.

Anmerkung:
Eine trauriger Bilanz, auf die man wahrlich nicht stolz sein braucht.

Referenz:
destatis.de, 11.02.2015: Fleischproduktion in Deutschland im Jahr 2014 auf neuem Höchststand

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Dez 24

Weihnachtsgans soll nicht durch Vogelgrippe belastet werden

Seit November 2014 grassiert wieder einmal auf verschieden Geflügelfarmen Deutschlands, den Niederlanden und Italien die Vogelgrippe – Influenzavirus vom Subtyp H5N8. Mehr als 30.000 Mastputen auf einer Putenfarm in Vorpommern wurden aufgrund des gefährlichen H5N8-Virus getötet. In einem Betrieb in Niedersachsen wurden 20.000 Vögel vorsorglich aus dem Verkehr gezogen. Auf einer Entenfarm im Emsland mussten 10.000 Enten vorzeitig ihr Leben lassen. In verschiedenen deutschen Regionen herrscht absolute Stallpflicht für Geflügel.

Für viele Weihnachts-Fans kommt während der Festtage Geflügel, wie Gans, Pute, Ente etc. auf den Tisch. Verbraucher haben Angst, dass an Weihnachten ein „H5N8-Vogel“ auf ihrem Teller landet. Also musste eine Eilverordnung des Bundeslandwirtschaftsministers her. Ab 23.12.2014 müssen Enten und Gänse hinsichtlich eines Vogelgrippe-Virus getestet werden, bevor sie geschlachtet werden. Die Verordnung soll bundesweit bis 31.03.2014 gelten.

Die Vogelgrippe – jetzt, kurz vor Weihnachten – das passt so gar nicht ins weihnachtliche Weltbild und schadet sicherlich den Kassen der Geflügelzüchter und anderer Betroffener der Fleischwirtschaft enorm. Grund genug also, die Menschen  behördlicherseits schleunigst zu beruhigen. Das Friedrich-Loeffler-Institut, eine Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gab am 19.12.2014 eine Pressemitteilung bekannt mit der Überschrift: „Vogelgrippe: Virusübertragung (H5N8) durch den Verzehr von Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten unwahrscheinlich“. Gleichzeitig musste die Bundesbehörde aber zugeben, dass eine Übertragung des Erregers (H5N8) über Lebensmittel theoretisch denkbar wäre.

Um eine mögliche Infektion in der Küche zu vermeiden, gibt sie deshalb auch brauchbare Tipps über das Handling von Geflügelfleisch, wie rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten; Arbeitsmaterialien, die mit dem Geflügelfleisch in Berührung kommen, mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen; Hände waschen; Geflügel mindestens 70 Grad und 2 Minuten garen usw. – Sicherheitsmaßnahmen, die teilweise schon fast labortauglich sind, um mögliche Risiken vor ansteckenden Erregern zu minimieren. Dumme Frage: Reden wir hier eigentlich noch von einem essbaren Lebensmittel?

Referenzen:

  • bfr.bund.de; 19.12.2014:  Vogelgrippe: Virusübertragung (H5N8) durch den Verzehr von Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten unwahrscheinlich
  • emderzeitung.de, 20.12.2014: Zweiter Vogelgrippefall in Niedersachsen
  • ndr.de, 23.12.2014: Vogelgrippe: Ab heute verpflichtende Tests

 

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Dez 20

Berufsverbot für Schweinebaron – Verstöße gegen Tierschutzrecht

Einer der größten Schweineproduzenten Europas steht derzeit am Pranger: Der Landkreis Jerichower Land im Bundesland Sachsen-Anhalt hat dem “Schweinebaron” Adrianus Straathof das Halten von Schweinen untersagt: Ihm werden Verstöße gegen Tierhaltungsbedingungen vorgeworfen.

Das Verwaltungsgericht Magedeburg hat das Tierhaltungsverbot gegen den Schweinzüchter Straathof in erster Instanz bestätigt. Das Verwaltungsgericht begründet die Entscheidung, weil bei zahlreichen Tierschutzkontrollen in den Schweinezuchtanlagen immer wieder schwerwiegende Mängel bei der Versorgung, Unterbringung und Pflege der in der Anlage gehaltenen Schweine festgestellt worden waren.

Wie der Stern berichtet, untersuchte die Staatsanwaltschaft Stendal im März 2014 die Schweinezuchtanlage Gladau bei Genthin hinsichtlich Verstöße. Involviert in diese Aktion waren etwa 60 Personen: Kriminalpolizei, Zeugen und Tierärzte. Diese konnten die Verstöße u.a. mit Fotos und Videomaterial dokumentieren.

Straathof soll in seinen Betrieben Ferkel unnötig und unsachgemäß getötet haben. Es ist die Rede von nicht versorgten Verletzungen und unnötigen Antibiotikagaben und von Missständen in der Wasserversorgung. Amtstierärzte berichten von “Qualzucht”.

Das Tierhaltungsverbot des Landkreises Jerichower Land wurde für Straathof persönlich ausgesprochen und gilt sofort. Seine Firmen als juristische Personen sind derzeit nicht betroffen.

Zwar hat Straathof gegen den gerichtlichen Bescheid Widerspruch eingelegt, dennoch: Das Verbot gilt für ihn persönlich, bist das Gericht neu entschieden hat. Nach Presseberichten tritt Straathof bis zur gerichtlichen Klärung der erhobenen Vorwürfe als Geschäftsführer seiner Unternehmen zurück.

Straathof hat nach eigenen Angaben 25 Standorte, wo Schweine gezüchtet werden. Allein in Deutschland produziert er jährlich 1,5 Mio. Ferkel. Es bleibt zu hoffen, dass das Tierhaltungsverbot auf alle Betriebe Einfluss nimmt, wo er in der Geschäftsführung ist oder als Eigentümer in der Tierhaltung mitwirkt.

Referenzen:
stern, 15.12.2014: Gericht bestätigt Verbot der Tierhaltung gegen Straathof
stern, 10.12.2014: Erste Behörde macht Schluss mit der Sauerei
landwirt.com, Haltungsverbot gegen Schweine-Riese Straathof

Was wir tun können:

Solche Menschen wie Straathof können bestehen, weil allzu lange Zeit nur zu gerne weggeschaut wird und letzten Endes auch andere von dem „produzierten“ Billigfleisch profitieren.

Wir können wichtige Firmen der Fleisch- und Lebensmittelindustrie kontaktieren und kritisch fragen, ob sie auch Fleischwaren der Straathof-Betriebe anbieten oder verarbeiten.

Interessant wäre auch zu wissen, ob und welche eigene Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden, dass zukünftige derartige Tierschutzverstöße vermieden werden können. Und ob das überhaupt in ihrer Firma Thema ist.

Nach welchen Kriterien wird das Fleischprodukt ausgewählt?

Solche oder andere Fragen könnte man mit ähnlicher Formulierung einmal stellen.

Das könnte ein Signal für die Händler sein, so dass sie ihre Zusammenarbeit mit entsprechenden Firmen, die auf Tierschutz keinen Wert legen, einmal gründlich überdenken können.

Hier einige E-Mail-Adressen:

info@westfleisch.de, info@vogler-fleisch.de, info@vionfood.com, info@toennies.de, info@d-s-wurst.de, presse@rewe-group.com, kontakt@penny.de, info@minden.edeka.de, info@netto-online.de, info@coop.de, nordfrische-center@edeka.de, moin@ruegenwalder.de, info.de@bellfoodgroup.com, marketing@doellinghareico.de, meica@meica.de, info@marten.de, Kontakt@metro24.de, info@real.de, kontakt@lidl.de, mail@aldi-sued.de, mail@aldi-nord.de, info@goldschmaus.de, info@boeklunder.de, info@herta.de, info@wiltmann.de, info@kemper-nortrup.de, reinert@reinert.de, info@houdek.eu, info@metten.net , info@stockmeyer.de, info@combi.buenting.de

(Adressen von tierrechte.de)

 

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Dez 15

Vegan, schlank und gesund

Immer mehr Übergewichtige in Deutschland

In Deutschland sind etwa 64 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen übergewichtig. Bis zum Jahr 2030 erwarten Forscher einen massiven Anstieg der Anzahl der fettleibigen Personen.

Wissenschaftler des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels ermittelten, wie sich die Zahlen in Bezug auf Übergewicht bis zum Jahr 2030 voraussichtlich entwickeln werden.

Hierzu konzentrierten sie sich auf den Kreis der über 50-Jährigen und führten bei verschiedenen Szenarien ihre Statistiken durch. Zuerst ermittelten die Forscher, wie sich die Übergewichtszahlen zwischen den Jahren 1999 und 2009 verändert hatten.

Auf dieser Grundlage prognostizierten Sie den Anstieg an adipösen Senioren bis zum Jahr 2030: Wenn sich der Anstieg bis zum Jahr 2030 im gleichen Tempo wie in der Zeit von 1999 bis 2009 fortsetzt, wird die Zahl der Adipösen um 80 Prozent steigen. Sollte sich der Anstieg allerdings verlangsamen, z.B. um 75 Prozent, wird die Zahl der Adipösen, im Vergleich zum Jahr 2009, immer noch um 30 Prozent zunehmen.

Mit dieser Prognose wird es voraussichtlich noch mehr übergewichtsbedingte Erkrankungen geben, wie z.B. Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolisches Syndrom etc.

Die beste Diätform um abzunehmen: vegan

Weltweit gilt jeder Dritte als übergewichtig. Kein Wunder, dass natürlich immer wieder verschiedene Diätformen untersucht werden, um herauszufinden, welche am effektivsten ist, um abzunehmen.

So durchleuchteten Wissenschaftler der University of South Carolina verschiedene fettarme Ditätformen mit einem niedrigen glykämischen Index, um herauszufinden, welche hinsichtlich einer Gewichtsreduktion die Sinnvollste ist. Die Probanden ernährten sich entweder vegan, vegetarisch, pesco-vegetarisch (vegetarisch inklusiv Fischmahlzeiten), semi-vegetarisch (starke Einschränkung von Fleisch und Fisch) oder aßen Mischkost.

Dabei schnitten die Veganer nach einer Beobachtungszeit von 6 Monaten am besten ab: Die Veganer erzielten nicht nur die größte Gewichtsreduktion, sondern hatten auch die günstigsten Blutfettwerte.

Eigentlich hatten die Autoren der Studie dies nicht erwartet. Ihre Vermutung war gewesen, dass die Pesco-Vegetarier, also die Vegetarier, die zusätzlich noch Fisch essen, am meisten Gewicht verlieren würden. Jetzt müssen die Wissenschaftler zugeben, dass nur der völlige Verzicht aller tierischen Produkte zu diesem positiven Ergebnis geführt hat.

 

Referenzen:

  • spiegel.de, 29.05.2014: Studie zu Übergewicht: Jeder zweite Deutsche ist zu dick
  • spiegel.de, 19.07.2014: Übergewicht in Deutschland: Zahl der Fettleibigen soll bis 2030 dramatisch steigen
  • sciencedaily.com, 06.11.2014: Vegan diet best for weight loss even with carbohydrate consumption, study finds
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